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Woher kommen die afghanischen Flüchtlinge?

Diese Frage wirkt erst einmal merkwürdig. Aus Afghanistan, würde man meinen? Aber bei genauerem Hinsehen ändert sich das Bild.

Seit 1980 herrschen in diesem Land Krieg und Gewalt. Millionen von Afghanen haben seitdem ihre Heimat in mehreren Wellen verlassen. Über 6 Millionen leben als Flüchtlinge im Iran und Pakistan (Quelle: Wikipedia). Und das bei einer Gesamtbevölkerung von 33 Millionen.

Viele junge Afghanen, die in den letzten Jahren nach Deutschland kamen, haben einen großen Teil ihres Lebens im Iran verbracht oder sind dort geboren.

Quelle: http://www.pewglobal.org/ – hier tauchen die „Illegalen“ nicht auf.

Der Iran hatte in den 80er Jahren Flüchtlinge aus Afghanistan aufgenommen und vielen eine Aufenthaltsgenehmigung gegeben. Nach dem Abzug der Sowjets wurden sie aber zunehmend feindselig behandelt. Heute werden sie in die Illegalität und Rechtlosigkeit gedrängt, oder sogar als Kämpfer für Assad nach Syrien geschickt (Artikel auf heise.de)

Aus Pakistan werden afghanische Flüchtlinge zur Zeit regelrecht vertrieben.

Mittlerweile leben 1,2 Millionen Flüchtlinge in Afghanistan selbst. Ihre Situation ist lebensbedrohlich. Der Staat hat versprochen, ihre Versorgung zu verbessern, aber es ist kein Fortschritt erkennbar  (amnesty international: „My Children will die this winter„; „Afghanistan, Internally Displaced Persons„). Es besteht wenig Hoffnung auf Besserung in einem Staat, der auf dem Korruptionsindex Platz 169 von 176 belegt (d.h. sehr korrupt, laut Transparency International) und auf dem Fragile State Index / Liste der gescheiterten Staaten auf Platz 9 kommt („high alert“ / hohe Alarmstufe).

Weiterführende Informationen von Pro Asyl, S. 25-31: https://www.proasyl.de/wp-content/uploads/2016/08/PROASYL_Afghanistan_Broschuere_Jul16.pdf